Das Kochen als eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit in den Schulalltag zu integrieren, schafft Raum für vielfältigste Erfahrungen. Die Schüler*innen erleben beim gemeinschaftlichen Kochen eine komplexe Welt aus Handwerk, Zutaten, Logistik, Geschmack und Genuss, in welcher sie sich ausprobieren können. Gemeinsam wird geplant, geschält, gekocht, gebacken, gespült und gegessen.

Die Lernumgebung Küche ist somit bestens geeignet, das akademische Lernen in den jeweiligen Fächern durch praktische Arbeiten zu ergänzen. Kochen zu lernen bedeutet auch, dass man sich mit den Gesetzen der Physik und Chemie sowie mit Erkenntnissen der Biologie und Mikrobiologie vertraut macht, Rezepte müssen berechnet werden und Mengen kalkuliert. Andere Sprachen können dabei gesprochen werden und viel Ernährungswissen kann zur Anwendung kommen.

Für eine umfassende, allgemeine Bildung ist die Verbindung von Theorie und Praxis essentiell. Die Schüler*innen machen wertvolle Selbstwirksamkeitserfahrungen, wenn sie etwas herstellen und tun, was gebraucht und geschätzt wird. Etwas mit den eigenen Händen, aus scheinbar simplen Rohstoffen herzustellen, schafft bei den Schüler*innen ein Bewusstsein für Lebensmittel und Ernährung. Kochen ist ergebnisorientiert und bringt direkt Erfolgserlebnisse.

Neben den inhaltlichen Kompetenzen werden in den Gruppenprozessen Kompetenzen zur Kommunikation, Zusammenarbeit, Projektplanung und -durchführung entwickelt.

Die Kinder und Jugendlichen lernen eigene Wünsche zu artikulieren, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig zu handeln und erfahren sich in lebenspraktischen Bezügen. Die Gemeinschaft stiftenden Potenziale von Kochen und Essen können bestens genutzt werden.

Kochen lässt die Sinne jubeln! Intensive Sinneserfahrungen sind in der zunehmend digitaler werdenden Welt immer kostbarer. Der Duft von frisch gerösteten Gewürzen, ein warmer Teig in den Händen, das weiche Gefühl einer samtigen Frucht, die erdigen Wurzeln vom Sellerie,…all das sensibilisiert die Wahrnehmung.

Die bewusste Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und die Entdeckung ihrer vielfältigen Zubereitungstechniken ist ein Stück Allgemeinbildung. Nur wer weiß was gute Ernährung bedeutet, welche Auswirkungen diese auf die eigene Person und die Umwelt haben, ist in der Lage sein Ernährungsverhalten nachhaltig zu verändern. Essen ist existenziell und Kochen ist eine Grundfähigkeit, ein Alltagshandwerk, welches jede/r erlernen sollte!

Kerstin Rund

Der Projekt wird in diesem Schuljahr hauptsächlich durch Fördermittel der Stiftung „Fachkräfte für Brandenburg“ der IHK finanziert. Außerdem hat der Förderverein der Schule und damit die Eltern, die bereits Mitglieder sind, eine Zufinanzierung geleistet und so das Projekt unterstützt.
Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung!

Simon Friedrich-Raabe

Gemeinsam kochen in der Sekundarstufe I
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