Mit Design Thinking unsere Schule entwickeln

„Was ist Design-Thinking?“, „Werden wir Möbel entwerfen?“, „Oder Räume?“ Das sind ausschnittweise Fragen, welche die SchülerInnen der 11. Klasse im Vorfeld des zweitägigen Design-Thinking-Work-Shops am 12. und 13. November bewegten. Im Laufe dieser Tage wuchs die Erkenntnis, dass sie nichts Geringeres als ihr zukünftiges Schulleben entwarfen.

Die Techniken des Design Thinkings führen zu klareren Vorstellungen, wie das sehr große und abstrakte Ziel einer für das Lernen und Leben förderlichen Schulgemeinschaft erreicht werden kann. Zehn zufällig gemischte Gruppen begeben sich auf die Reise der Ideenentwicklung und erreichen zehn konkrete Arbeitsideen. Die vielseitigen Überlegungen reichen von der Gestaltung von AGs über eine Lernbibliothek bis hin zur Reflexion über des Lehrer-Schüler-Verhältnisses. Dementsprechend verdeutlichen die Vorstellungsrunden, wie all diese Aspekte zusammen eine ansprechende Schulgemeinschaft vorantreiben.

Zugleich werden die Ideen langsam und behutsam entwickelt: Ein großes Augenmerk wird darauf gelegt, zunächst die konkrete Fragestellung zu identifizieren. Zusätzlich werden über Interviews mit MitschülerInnen aus der 11. und der 7. Klasse die Bedürfnisse identifiziert, die im Zusammenhang mit den entwickelten Fragen entstehen. Die späteren Lösungen sollen sich an diesen Bedürfnissen orientieren. Somit sind die Interviews ein essentieller Schritt auf dem Weg zur Identifikation des zu lösenden Problems. Natürlich steht auch die Begegnung im Mittelpunkt, die Interviews selbst werden zu einer Kontaktstelle, schaffen Gemeinschaft und bleiben als gemeinsames Erlebnis in Erinnerung.

So stehen am Ende dieses ersten Workshops zehn von SchülerInnen entwickelte Fragestellungen, welche bei den kommenden Treffen am 6. und 7. Dezember 2018 zu Prototypen für Lösungen weiterentwickelt werden. Die Aussicht auf die letztendliche Umsetzung der Ideen in der Schule beeindruckten und motivierten die Beteiligten. Dies wurde vor allem in den Präsentationen sichtbar, bei denen kreativ mit großer Ernsthaftigkeit die eigenen Ideen vorgestellt wurden.

Zugleich waren viele berührt davon, was der Prozess des Design Thinkings in ihnen verändert hat. So äußerten mehrere SchülerInnen fasziniert, dass durch die langsame spiralförmige Entwicklung der Fragen Gelegenheit bestand, Fehler als Teil des Entwicklungsprozesses zu bewerten. Einige bemerkten fasziniert, wie schnell wir im Alltag dazu neigen Lösungen zu finden, bevor wir das Problem oder diejenigen, für welche die Lösung entwickelt wird, verstanden haben. „Ich habe gelernt, wie ich auf andere eingehen kann“, formulierte eine Teilnehmerin ihre Erfahrung.

Der erste Workshop im Design Thinking war ein gelungener erster Schritt einer gemeinsamen Entwicklung einer Schulgemeinschaft für alle.

Mit Design Thinking unsere Schule entwickeln