Letzte Woche hatte ich dieses Gespräch mit einem Jungen aus der ersten Klasse. Ich traf ihn mit seinem Freund im Foyer, als er auf dem Weg zum Hort gerade die Treppe hochsteigen wollte. Die beiden gingen gelassen und ganz selbstverständlich durch die Schule und machten den Eindruck auf mich, als fühlten sie sich wohl und zu Hause in dem großen Schulhaus. Ich war auf dem Weg zum Lehrerzimmer, als er mir winkte und zurief:
„Hallo, Herr Friedrich!“ – „Hallo, ihr beiden!“
„Wir haben uns lange nicht gesehen.“ – „Ja, das stimmt. Wegen Corona konnten wir uns nun länger nicht sehen. Gefällt es euch denn wieder in der Schule?“
„Ja, es ist schön in der Schule!“ – „Das freut mich, dass es euch gefällt. – Bald sind ja schon wieder Ferien. Freut ihr euch denn auch auf die Ferien oder hättet ihr lieber noch Schule?“
„Ich hätte lieber Schule, das ist schöner als Ferien.“ – „Oh, das höre ich aber gerne, dass es dir so gut gefällt!“
Wir sind stehen geblieben. Er lehnt leicht am Treppengeländer und sieht durch die Stäbe zu mir hinunter und lächelt mich an.
„Danke, Herr Friedrich, dass Sie diese Schule aufgemacht haben! Es ist so schön hier.“

Einen schöneren Dank und ein größeres Lob kann man kaum bekommen und ich weiß, dass ich diesen Dank stellvertretend bekommen habe. Besonders nach diesen herausfordernden Wochen möchte ich ihn weitergeben an die Kolleginnen und Kollegen, die mit so großen Einsatz gearbeitet haben. Ich möchte auch den Eltern danken für ihre Geduld, die konstruktive Kritik und die Ermutigung für uns Pädagog*innen. Und natürlich ein großer Dank an euch Schülerinnen und Schüler für euer Engagement und die Selbstständigkeit, die von euch verlangt war und die ihr bewiesen habt.

Zuletzt geschehen

Neben Schulschließung und Fernunterricht sind noch andere Dinge geschehen, die für die Schule von großer Bedeutung sind. Seid diesem Halbjahr hat Alexander Wallraf die Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters übernommen. Wir sind in der Schulleitung sehr froh, dass er nun fest zum Leitungsteam gehört und sehr schnell ist er und seine Arbeit für uns nicht mehr wegzudenken. Damit sind Grundschule, Oberstufe und Planung jeweils in den guten Händen bei einer Person, die einen besonderes Fokus auf diese Bereiche hat. Offen war bisher diese Aufgabe noch für die Mittelstufe. Das Kollegium hat deshalb Kerstin Paul als Mitglied der erweiterten Schulleitung gewählt und sie wird die Aufgabe der Mittelstufen-Koordinatorin übernehmen. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und bin mir sicher, dass mit ihr als Ansprechpartnerin die Belange der Mittelstufe noch besser wahrgenommen werden können.

Gerade die Eltern der Grundschule wissen, dass Schule und Hort Schwierigkeiten hatten, in eine gute Zusammenarbeit zu finden. Um so froher bin ich, dass wir in intensiven gemeinsamen Gesprächen nun eine Basis für die zukünftige Arbeit gefunden haben, die unser pädagogisches Anliegen unterstützt. Der Rahmen ist gesteckt, so dass wir in der Vorbereitungswoche im Team mit allen Lehrerinnen und Pädagog*innen konkrete Absprachen zur Umsetzung treffen können.

Blick nach vorne

Im nächsten Jahr werden wir wieder viele neue Schülerinnen und Schüler vor allem in die Jahrgänge 1, 7 und 11 aufnehmen. Wir konnten bei weitem nicht allen Familien einen Schulplatz in der Grundschule oder Mittelstufe anbieten, die dies gerne wollten, und mussten leider vielen absagen. Wir wachsen so stark wie bisher noch nie und zählen dann ca. 550 Schülerinnen und Schüler zu unserer Schulgemeinschaft.

In der Grundschule bleiben die Klassen im nächsten Jahr noch jahrgangshomogen und jeweils eine erste und eine zweite Klasse bilden ein Tandem, das angrenzende Räume hat. So können die Lehrkräfte und Kinder gut zusammenarbeiten. Im Schuljahr darauf führen wir dann die Jahrgangsmischung 1/2/3 ein.

Um für Differenzierung, individualisierten Unterricht und zur Förderung der Selbstständigkeit unterstützende Strukturen zu schaffen, führen wir im der Mittelstufe Lernbüros ein und stellen das zugehörige Material zur Verfügung. In einem Teil der Stunden von Deutsch, Englisch, Mathe und den Naturwissenschaften arbeiten die Jugendlichen nun selbstständig mit Wahlmöglichkeiten der Räumen, Lernpartner und begleitenden Lehrer*innen. In den Lernberatungs-Stunden mit den Lerngruppenleitungen reflektieren die Jugendlichen ihren Lernprozess und legen die nächste Ziele fest. Organisatorisch bilden jeweils zwei Lerngruppen 7/8 und Lerngruppe 9 eine Einheit: Sie teilen sich Lernbüro-Zeit und -Räume und die Kolleg*innen besprechen sich regelmäßig zu pädagogischen Dingen in diesem Team.
Auch die Arbeit an der Nuthe stellen wir um: Jede Lerngruppe 7/8 fährt für zweimal im Schuljahr für jeweils eine Woche auf das Projektgrundstück, damit in kontinuierlicher Arbeit Projekte vorangebracht und beendet werden können.Im Unterricht an den Projekttagen stehen gesellschaftswissenschaftliche Themen im Mittelpunkt, die in diesem Jahr geplant wurden und für die aktuell schon Material erstellt wird.
Eine Besonderheit des Jahrgangs 9 ist das Theater-Projekt. Nachdem sich die Jugendlichen im Unterricht einen Einblick in die vielfältige Welt des Theaters erarbeitet haben, spielen sie gemeinsam mit einer Expertin zwei Wochen am Stück Theater. Dies wird im Frühjahr stattfinden und wir können uns schon alle auf die Aufführungen freuen. Finanziert wird dieses Projekt durch Ihre Beiträge im Förderverein. Herzlichen Dank dafür!

Und in der Oberstufe werden die Schülerinnen und Schüler im kommenden Jahr zum ersten Mal das Abitur an unserer Schule ablegen. Und wir arbeiten weiter an: Rhetorik-Schulung durch TED-Talks, Studien- und Berufsorientierung sowie der Förderung von Selbstständigkeit etwa in den Studierzeiten.

Für all diese Dinge müssen wieder viele Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden: über 20 neue Lehrkräfte sind es für das kommende Jahr. Wir haben uns schon einmal zum Kennenlernen im gesamten Kollegium getroffen und ich bin mir insbesondere nach diesem Eindruck sicher, dass wir auch im nächsten Jahr wieder ein hervorragendes Kollegium für unsere pädagogische Arbeit haben werden.

Ab dem kommenden Schuljahr werden wir das Schulgebäude zum ersten Mal allein nutzen. Im Sommer wechseln die letzten Schüler*innen und Lehrer*innen der Käthe-Kollwitz-Schule an deren Standort in Potsdam-West und wir beziehen auch die erste Etage. Dadurch und zur Umsetzung unserer Teamstrukturen in Grundschule und Mittelstufe wird wieder ein hausinterner Umzug nötig. Diesen haben wir in den letzten Tagen vorbereitet, um dann in der Woche vor Schulbeginn neben vielen anderen Vorbereitungen die neuen Räume zu beziehen und für die Schüler*innen zu gestalten.
Der letzte Gebäudeteil, an dem aktuell noch Bauarbeiten stattfinden, wird im Herbst fertiggestellt und steht uns ab dem Schuljahr 21/22 zur Verfügung. Bei einer Begehung konnten wir uns schon davon überzeugen, wie schön und neu alles wird, und ich freue mich, dass wir dann Platz für unsere große Schulgemeinschaft haben. Noch im Kalenderjahr 2020 sollen auch die Außenanlagen fertig werden.

Trotz erschwerten Bedingungen in der Corona-Zeit ist auch die Arbeit der Eltern-AG am Jahrbuch weitergegangen. Das erste Jahrbuch soll vor den Herbstferien erscheinen. Beiträge können noch bis zum 21. August vorgeschlagen werden unter: jahrbuch@szas.de.

Vom Förderverein: Wir danken unseren Mitgliedern, dass sie uns auch in der schwierigen Pandemiezeit weiterhin die Treue halten. Wir suchen weiterhin nach Eltern, die sich mit der Förderantragstellung für unsere Schule und somit unsere Kinder beschäftigen. Gesucht werden mehrere Personen für diese Aufgabe, denn: geteilte Arbeit ist halbe Arbeit.Wir freuen uns, dass das hauptsächlich von der IHK geförderte erfolgreiche Kochprojekt mit Frau Rund im nächsten Schuljahr weitergehen kann, auch weil der Förderverein finanziell in der Lage ist, 20% der Kosten zu übernehmen.

Wie Sie sehen, ist sehr viel geschehen, von dem ich hier nur einen Bruchteil nennen kann, und viele schöne und große Vorhaben sind in Vorbereitung. Dies ist nur möglich, weil unsere pädagogische Arbeit durch Sie mitgetragen und gestützt wird: Wir fühlen uns sehr gut unterstützt von den vielen engagierten Eltern in den Arbeitsgemeinschaften, als Elternsprecher*innen in den Elternkonferenzen und Gremien und natürlich in der Elternarbeit der Lerngruppen und Tutorien. Mein besonderer Dank an Frau Karschies, Frau Naundorf und Herrn Kalka für die Planung und Organisation der Elternkonferenzen und die Initiierung der weiteren Elternarbeit.
Alle Konzeptbausteine, die ich oben beschrieben habe, Stellenbesetzungen, Medienentwicklungsplan und vieles mehr haben wir in der Schulkonferenz beraten und verabschiedet. Stellvertretend für alle Mitglieder möchte ich Frau Weber herzlich für die Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Schule danken.
Bei allen Vorstandsmitgliedern des Fördervereins bedanke ich mich für die engagierte und transparente Arbeit. So vieles konnten und können wir nur deswegen umsetzen!
Danken möchte ich auch den vielen Kooperationspartnern, die unser schulisches Angebot bereichern und ergänzen.

Zuletzt war es gute Tradition, dass Frau Weber und ich den Monatsbrief gemeinsam beschrieben haben. Ohne ihre Unterstützung wäre dies sonst in der Regelmäßigkeit in diesem Schuljahr nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich auch herzlich bedanken! Bei diesem letzten Brief ist uns das wegen vieler anderer Aufgaben nicht möglich, doch wollen wir am Anfang des kommenden Schuljahres wieder dazu zurückkehren.
Bitte sehen Sie in der letzten Ferienwoche auf der Homepage nach, ob Abweichungen zum Regelbetrieb notwendig sind.
Ich wünsche Ihnen und euch allen schöne Sommerwochen, allen gute Erholung und freue mich auf den Start im August mit vielen neuen und bekannten Gesichtern.
Ich grüße Sie und euch herzlich

Simon Friedrich-Raabe

Monatsbrief Mai/Juni 20
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