Jugendschule – was ist das?

In der Montessoripädagogik werden die Entwicklungsschritte des Kindes zum Erwachsenen als sensible Phasen bezeichnet, in denen die Aufnahmefähigkeit für bestimmte Lerninhalte besonders ausgeprägt ist und die durch große Neugier, Konzentrationsfähigkeit und Beobachtungsgabe gekennzeichnet sind. Das moralische und soziale Bewusstsein entwickelt sich und ist Voraussetzung für die sozialen Bedürfnisse, in Beziehungen zu leben und verantwortungsvoll zu handeln. Diese sozialen Bedürfnisse werden pädagogisch unterstützt. Durch eigenes praktisches Arbeiten und eigene Erfahrungen, werden sich die Jugendlichen ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber bewusst und verstehen sich als Teil dieser Gesellschaft. Um in diesen großen Zusammenhängen in der Natur mit Jugendlichen arbeiten zu können, ist es in der Montessoripädagogik für die Klassenstufen 7/8 ein Bestandteil des Unterrichts, einen Teil der Unterrichtszeit an einem außerschulischen naturnahen Lernort zu verbringen – an der Jugendschule. Hier ist ein Arbeiten und Erfahrungen sammeln auf vielfältige Weise möglich.

Der Aufbau der Jugendschule wird seit dem Schuljahr 2018/2019 als Projekt im Rahmen der INITIATIVE SEKUNDARSTUFE I (INISEK) gefördert durch das Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Weitere Informationen zur Förderung durch den ESF finden Sie unter www.esf.brandenburg.de und www.ec.europa.eu.

Halbjahr 2019/2020

Es wächst und wächst

Unser Landwirt hat es schon gesagt und wir merken es jetzt: unser Boden ist richtig gut. Er kann die Feuchtigkeit halten, hat einen recht hohen Lehmgehalt und bringt unsere Pflanzen zu Höchstleistungen. Der Acker verändert sich von Woche zu Woche.

Die Tomaten haben bereits kleine Früchte, der Kohlrabi hat schon richtige Sproßknollen, Salate, Kresse und Bete konnten wir bereits ernten und unser Insektenbuffet mit Phacelia, Sonnenblumen ist schon richtig grün und wird bald blühen.

Auch Melde, Giersch und Schilf sind ordentlich auf dem Vormarsch und wir tun unser Bestes, ihnen zumindest auf unserer Ackerfläche Einhalt zu gebieten. Zwischen all dem Grün lugen bunte Blüten von Malve, Zottelwicke und Mohn hervor, die intensiv von allerlei Insekten umschwärmt werden.

Die 2. Pflanzung mit der GemüseAckerdemie

Auch die 2. Pflanzung mussten wir leider ohne Euch wuppen. Romy von der GemüseAckerdemie brachte zahlreiche Tomaten-, Gurken-, Kürbis-, Zucchini-, Lauch- und Maispflanzen. Damit bepflanzten wir unsere 7 Mulchbeete. Zuerst kam Beet für Beet das Mulchmaterial beiseite auf die Wege, wir hackten nochmal ordentlich und entfernten die Pflänzchen, die wir da nicht haben wollen. Trotz der dunklen Mulchschicht ließen es sich Giersch, Schilf und vor allem auch Kastanien richtig gut gehen dort drunter. Anschließend hoben wir kleine Pflanzlöcher aus, wässerten sie gründlich und setzten dann unsere Pflanzen hinein. Danach wurden die Pflänzchen gemütlich in die Mulchschicht eingepackt. Es sieht richtig toll aus, alle Beete sind jetzt bepflanzt. Nun hoffen wir auf regelmäßigen Regen und wenige Fraßfeinde wie Nacktschnecken, Blattläuse oder Kartoffelkäfer.

Grün, grün, grün

Der Regen der letzten Tage hat die Natur an der Nuthe zum Explodieren gebracht. Überall grünt es, die Kastanien, Linden, Ahorne und Apfelbäume haben ein dichtes Blätterkleid bekommen, der Boden ist bedeckt von Knoblauchsrauke, Giersch und anderen Beikräutern und auf unserem Acker tut sich ordentlich was. Die Salate wachsen, der Fenchel bildet Knollen, die Zuckererbsen ranken sich aus der Erde und die Kartoffeln bilden Pflanzen aus und müssen angehäufelt werden. Wir haben gut zu tun, Giersch, Schilf und Melde zurückzuhalten und legen als natürliche Barriere einen Insektenblühstreifen an. Unsere Kompostwürmer haben wir alle in die Freiheit der Beete entlassen, auf dass sie dort gute Kompostierungsarbeit leisten. Vögel und Rehe werden hoffentlich durch die Flatterbänder in Schach gehalten.

Betreuung unserer Beete

Wir müssen momentan leider unseren Schulacker ohne Schüler*innen und viele helfende Hände betreuen. Das heißt: sehr sehr viele kleine Kastanien aus den Beeten ziehen, Giersch und Quecke zurückdrängen und unsere kleinen langsam sprießenden Salate, Fenchel-, Mangold- und Selleriepflanzen gießen und den Boden auflockern. Bei der GemüseAckerdemie haben wir gelernt, dass einmal hacken dreimal gießen ersetzt. Unser Landwirt war so freundlich und hat uns einen großen Wassertank neben die Beete gestellt, so dass wir nicht für jede Gießkanne zur Nuthe laufen müssen. Mittlerweile sind alle Bäume grün belaubt und hüllen das Gelände in wunderbar grünes Licht.

Die 1. Pflanzung mit der GemüseAckerdemie

Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation waren wir bei unserer 1. Pflanzung mit der GemüseAckerdemie nur zu viert und haben Euch sehr vermisst. In den Wochen vor der Pflanzung mussten wir den Acker noch weiter umgraben bzw. den Mulch einarbeiten. Am Dienstag, 31.3., war es dann so weit: Jenny und Elisabeth von der GemüseAckerdemie kamen mit vielen kleinen Jungpflanzen und Samen. Voher mussten wir jedoch erst einmal den Acker einebnen und Beete und Wege anlegen. Wir haben 20 Beete mit 6m Länge angelegt und bepflanzt bzw. Samen eingesät. Wahrscheinlich erkennt Ihr die Fläche jetzt kaum wieder, oder? Hier findet Ihr jetzt regelmäßige Updates zu den laufenden Arbeiten und Vorschläge, was Ihr trotz der jetzigen begrenzten Möglichkeiten in der Natur entdecken könnt und Ideen für eigene kleine Projekte, die Ihr zu Hause machen könnt.

Der Leonardobogen

In der kalten und nassen Jahreszeit brauchen wir neben dem Tipi dringend weitere Unterstellmöglichkeiten und wettergeschützte Arbeitsräume. Da wir für immobile Bauten noch die Genehmigung der Baubehörde brauchen, setzen wir auf Mobilität. Dank der Holzlieferung von Holz Possling haben wir ausreichend Material zur Verfügung, um einen Leonardobogen zu bauen. Er sieht nicht nur sehr schön aus sondern dient uns jetzt auch als mobile Werkstatt.

Erkundung der Fischwelt

Unser Landwirt Herr Killat hat uns erlaubt, an der Nuthe zu angeln. Wir versuchen unser Glück und fangen einige Rotfedern und Kaulbarsche, die nach ausgiebiger Betrachtung unbeschadet wieder in die Freiheit entlassen werden. Kaulbarsche leben in nährstoffreichen, langsam fließenden Gewässern und sind Wasserverschmutzung gegenüber recht unempfindlich. Auch in brackigen Küstenregionen sind sie unterwegs. Sie fressen Zooplankton, Zuckmückenlarven, Würmer, Flohkrebse und Fischlaich sowie Fischbrut und können aufgrund ihres gut entwickelten Seitenliniensystems auch bei Dunkelheit jagen.

Fundamentfund

Bei der Suche nach Laub für unseren Acker haben wir eine riesige Steinplatte entdeckt, die wir nach und nach freilegen. Das wird ein guter Standort für den Holzboden und das Tipi. Erstaunlicherweise haben sich auch etliche Bäume mit flachen langen Wurzeln am Steinboden festgekrallt. Es ist nicht zu übersehen, dass es hier vor längerer Zeit gebrannt hat, der aufgebaute Humusboden ist durchsetzt mit Teerpapperesten, Scherben, rostigen Überbleibseln verbrannter Holztüren und anderem mehr. Daher können wir den Boden leider nur entsorgen.

Ackerarbeit

Seit diesem Schuljahr kooperieren wir mit der GemüseAckerdemie und werden Ende März auf einer Fläche von etwa 500m2 Beete mit vielen verschiedenen Kulturen anlegen. Vorher müssen wir alles umgegraben und mulchen. Hierbei wird der umgegrabene Boden etwa knietief mit herabgefallenem Laub bedeckt, das dann einige Monate vor sich hinrottet und den Boden mit Nährstoffe anreichert. Kurz vor unserer ersten Pflanzung müssen wir das zersetzte Laub dann in den Boden einarbeiten.

Das Tipi für die Nuthe

Dank einer unglaublichen Spendenbereitschaft konnten wir das tolle Tentipi Saphier 15 kaufen. Albert Dörp von absolut canoe aus Hamburg hat uns sogar Rabatt gegeben, weil er unser Jugendschulprojekt gut findet und unterstützen möchte. Auch einen Zeltofen haben wir gekauft für ganz kalte Tage. Ganz herzlichen Dank noch einmal an alle Unterstützer*innen für einen wind- und wettergeschützten Raum. Selbst Schneeregen kann uns nichts mehr anhaben. Jetzt bauen wir Sitzbänke und in den nächsten Wochen eine Holzplattform, auf der das Tipi etwas geschützter stehen kann.

Ruine freilegen

Die Ruine ist eingewachsen von etlichen jungen Espen und Ahornen. Um den noch erhaltenen Steinboden nutzen zu können und Platz zu schaffen, fällen wir einige der Bäume.

Start ins neue Schuljahr

Wir starten gut erholt nach einem schönen Sommer ins neue Schuljahr. Unsere zweihundert Siebt- und Achtklässler*innen sind jahrgangsgemischt in 10 Lerngruppen aufgeteilt. Innerhalb von zwei Wochen ist jede Lerngruppe einmal an der Nuthe. Die ersten Wochen verbringen wir mit gegenseitigem Kennenlernen, die Achtklässler*innen nehmen die Siebtklässer*innen unter ihre Fittiche und zeigen das Gelände. Wir staunen über das trotz der Hitze unglaubliche Pflanzenwachstum. Unsere angelegten Beete und die Kräuterspirale sind von meterhohen Melden überwuchert, die wir bei einer großen Rupfungsaktion alle ausreißen.

Das teilweise undurchdringliche Dickicht ist ein Paradies für Wespenspinnen, die sich aufgrund des Klimawandels von Südwesten kommend immer weiter nach Deutschland und Nordeuropa ausbreiten. Wir haben einige prächtige Exemplare in ihren Netzen und noch dichter in Becherlupen beobachtet. Wespenspinnen weben dicke Zickzacklinien in ihre Netze, die als Stabilisierung dienen.

Das Sommerhalbjahr 2019

Es geht weiter

Dank der schnellen Hilfe von Daniel Zeller und Dank unserem Förderverein, der die Baumpflegearbeiten finanziert hat, können wir pünktlich zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder auf unser Nuthegrundstück, die begonnenen Arbeiten fortsetzen und mit neuen Projekten starten. Auch bei Holz-Possling bedanken wir uns ganz herzlich, denn durch eine großzügige Holzspende haben wir genügend Bauholz zur Verfügung. Passend zum Frühling werden Hoch- und Frühbeete gebaut und Nistkästen für verschiedene Vogelarten: Halbhöhlenbrüter wie der Hausrotschwanz oder Blau- und Kohlmeise.

Unser Unterstand ist regenfest und die Feuerstelle täglich in Betrieb. Für zusätzliche Gemütlichkeit sorgen verschiedene selbstgebaute Sitzgelegenheiten.

Unsere schicke Kompost-Trenntoilette bekommt ein richtiges Häuschen drumherum mit ausgelagertem Urintank. Direkt nebenan steht der Schnellkomposter in dem die festen Bestandteile vermischt mit Rindenmulch vor sich hin kompostieren können. Der Inhalt des Urintanks kann im Verhältnis 1:8 gemischt als Düngung verwendet werden. Ein besonders schönes stilles Örtchen ist entstanden, mit wunderbarem Blick übers weite Feld.

Auch ein stabiler Werkzeugschuppen ist im Entstehen. Die Rückwand und die beiden Seitenwände sind bereits gebaut und bald werden wir unsere Werkzeuge ordentlich aufhängen können.

Frühlingserwachen

Die Hochbeete werden schichtweise mit Ästen, verrottendem Laub, Grassoden, Kompost und Erde gefüllt. In einigen Tagen werden wir eine große Lieferung Pferdemist bekommen, die noch in die oberste Erdschicht eingearbeitet werden muss und dann können wir lospflanzen.

Auf der Freifläche neben der Obstwiese experimentieren wir mit verschiedenen Beetarten. Wir haben bereits Flächen für Hügelbeete freigelegt, zwei sind Ost-West und eins Nord-Süd ausgerichtet und wir werden beobachten, wie sich das aufs Pflanzenwachstum auswirkt. Die etwa 15cm tiefen Erdmulden werden mit verschiedenen Schichten hügelartig aufgebaut. Wie in den Hochbeeten auch, können wir hier große Mengen an Kastanienlaub unterbringen, das dann von einer Erdschicht bedeckt und langsam zersetzt wird. Damit können wir die als Puppen im Laub überwinternden Miniermotten eindämmen und für die winzigen Falter wird es kein Frühlingserwachen geben.

In der Mulde, die durch den Erdaushub für die Hochbeete entstanden ist, haben wir ein Kraterbeet angelegt. Durch Kompostiervorgänge entsteht in der Vertiefung des Beetes Wärme, die für einen hohen und frühen Ertrag sorgen soll. Der Steinwall um die Erdmulde schützt die Pflanzen vor Kälte und Wind. Auf dem inneren Steinkreis kann auch die Mitte des Kraterbeetes für Pflege- und Erntearbeiten erreicht werden, außerdem speichern die Steine tagsüber zusätzliche Wärme, die nachts abgegeben wird.

Das schönste Klohäuschen der Welt

Das steht bei uns. Da wurde wirklich Herzblut reingesteckt, wie die Bilder zeigen. Das ehemalige Übergangsklo haben wir komplett zurückgebaut.

Kleine Impressionen

Es ist immer was zu tun und in Veränderung. Unseren Unterstand müssen wir neu überdenken, da die Plane den Sturmböen nicht standgehalten hat. Die Feuerstelle ist bereits mehrfach umgezogen und jedes Mal ist es schön, drum herum zu sitzen und etwas in die Flammen zu halten. In aufgeschichteten Ziegelöfchenen wurde Fisch gegart, leere Wasserkanister geben ein prima Schlagzeug ab und wenn die Sonne schein, muss man sie sich manchmal einfach ins Gesicht strahlen lassen.

Der Geräteschuppen

Für den Geräteschuppen wurde extra ein Stellplatz aus Ziegeln gepflastert, auf dem die vier Holzwände dann aufgebaut und mit Lochplatten verbunden wurden. Zum Schluss haben wir als provisorisches Dach noch eine Folie raufgetackert, da wir aufgrund der Let’s play-Woche und der Themenfahrt in den nächsten zwei Wochen nicht auf dem Grundstück sind. Endlich können wir die Geräte und Werkzeuge einigermaßen nässegeschützt aufbewahren.

Aktion Gartenteich

Unser Grundstück wird direkt von der Nuthe begrenzt – an Wasser herrscht also kein Mangel. Nichtsdestotrotz wird voller Elan ein Gartenteich gegraben und ein zusätzliches Biotop angelegt. Nach einer ersten Planung mit Abstecken der Fläche wird eine Grube mit einem Durchmesser von etwa 5 Metern ausgehoben. Es werden Stufen eingearbeitet für die Sumpfzone (10 – 20 cm tief), Flachwasserzone (40 – 50 cm tief) und die Tiefwasserzone (etwa 130 cm tief). Für und Wider des Abdichtens ganz konventionell mit Folie oder naturnah mit einer Tonschicht diskutieren wir noch.

Kochen überm Feuer

Eltern haben uns ein Dreibein samt Kessel fürs Kochen gespendet und wir können an der Nuthe überm Feuer kochen! Vielen herzlichen Dank! Wir lassen uns leckere Eintöpfe schmecken und mit einer warmen Mahlzeit im Bauch geht die Arbeit leichter von der Hand.

Gartenarbeit

Der Frühling ist zurück und überall sprießt und grünt es. Wir kosten Lindenknospen, Ahornblüten und Giersch. Vom Reittherapiezentrum Berlin bekommen wir im Tausch gegen Steine wertvollen Pferdemist geliefert, den wir nun auf unseren Hoch-, Hügel- und Kraterbeeten verteilen. Auch ein Erdbeet mit Steineinfassung für Kartoffeln und Mais haben wir angelegt. Nach den Osterferien werden wir endlich die in der Schule bereits vorgezogenen und auch von zu Hause mitgebrachten Pflänzchen einsetzen und hoffen auf reiche Ernte.

Auch eine Kräuterspirale ist in Planung. Sie entsteht auf einem sonnigen Platz, wird einen Durchmesser von etwa 3 Metern haben und 80 Zentimeter hoch sein. Der Eingang zeigt nach Süden und zuerst muss der Umriss der Spirale abgesteckt werden. Dann graben wir die Erde spatentief ab und werden eine Trockenmauer errichten.

Wir entdecken das alte Fundament eines ehemaligen Stallgebäudes – ein idealer Platz für unseren Kompost! Der darin liegende Schutt wird entfernt und als Drainage bei unserer Kräuterspirale noch zum Einsatz kommen. In der nun entstandenen Wanne haben wir ausreichend Platz für sämtliche Gartenabfälle, Gemüsereste und Asche vom Lagerfeuer.

Elterneinsatz an der Nuthe

Am 11. Mai haben wir mit vielen engagierten Eltern und einer Menge Spaß ein großes Areal von Müll befreit. Vielen Dank dafür! Danke an Herrn Klimsa für die kompetente Unterweisung und Anleitung, Danke an die STEP fürs Bereitstellen der beiden Container – einer ist jetzt randvoll mit Bauschutt, der andere mit abgegrabenem Boden. Und Danke für die (teils spontanen) Werkzeug- und Schubkarrenspenden! Außerdem wurden die Reste eines unbekannten Bauwerkes abgerissen, Rodungsarbeiten angefangen, Unmengen an Metallschrott, Glasscherben, Dachpappe und vielen anderen Dingen gesammelt. Es war großartig und ist unglaublich, wie offen und aufgeräumt dieser einst zugemüllte Platz nun ist und auf eine Jurte oder ein Tipi wartet.


Übersetzen mit dem Kanu

Bei uns ist immer was Neues los. Der Weg zu unserem Grundstück an der Nuthe entlang ist mit alten Pappeln bestanden, die dringend gepflegt werden müssen. Bis die darin brütenden Käuze ihre Kleinen flügge haben, müssen die Pflegearbeiten warten und der Weg wird gesperrt. Hilfe bekommen wir vom großartigen Kanuverein auf der anderen Nutheseite. Wir dürfen bis der Weg wieder frei ist, mit dem Kanu übersetzen. Vielen lieben Dank!



Das erste Halbjahr 2018/2019

Es geht los

Von einem Landwirt in Nuthetal können wir ein verwunschenes, zugewachsenes Grundstück pachten mit versteckter Obstbaumwiese, vielen alten Bäumen, Überresten einer Ruine und jeder Menge Möglichkeiten, mit anzupacken und mitzugestalten. An einer Seite wird das Grundstück von der Nuthe begrenzt. Nach der Kennenlernwoche beginnen wir damit, uns einen Überblick über das Gelände zu verschaffen. Wir richten einen Sammelplatz ein, der mit einer großen Plane überdacht wird. Wir legen die Obstbaumwiese frei und entdecken unter einem zugewuchterten Drahtzaun kleine Miniapfelbäumchen.

Operation Utedo

Utedo kommt aus dem Norwegischen und heißt soviel wie Draußenklo – und genau das brauchen wir hier. Bevor es an den Bau eines ausgefeilten Kompostklos geht, wird erstmal ein behelfsmäßiger Prototyp aus Eimern, Holz und Planen errichtet. Der Bau geht zügig und mit Freude voran, aber wir merken schnell, dass wir uns hier eine professionellere Lösung überlegen sollten. Der Schul-Förderverein finanziert uns einen Kompostklo-Bausatz, den wir in den nächsten Tagen aufbauen möchten. Auch ein Schnellkomposter gehört dazu – hier werden wir beobachten, wie unter aeroben Bedingungen in wenigen Wochen Kot in Humuserde verwandelt wird. Nach zwei Jahren Reifezeit kann solche Erde weiterverwendet werden, z.B. zum Düngen von Obstbäumen oder Stauden.

Zugang zur Nuthe

Unser Grundstück wird an einer Seite von der Nuthe begrenzt. Alle möchten gern direkt an den Fluß gelangen, zumal einige schon das Glück hatten, kurz einen Biber zu beobachten und einen Eisvogel als blauen Blitz vorbeizischen zu sehen. Wir suchen eine Möglichkeit, die steile und zugewucherte Böschung begehbar zu machen. Es wird eine kleine Fläche freigelegt, von der aus wir uns immer weiter nach unten arbeiten. Am Flußufer beginnen wir damit, einen Steg zu bauen, damit wir einen direkten Flußzugang haben.

Bäume fällen

Einige Bäume auf dem Grundstück sind tot. Wir haben diese Bereiche mit Flatterband abgesperrt. Nach wenigen Wochen kommt Baumagent Daniel Zeller mit seinem Sohn und einem ganzen Auto voller Ausrüstung vorbei und fällt ehrenamtlich insgesamt vier tote Bäume. Um den jeweiligen Baum wird ein Seil gelegt und per Seilwinde die Spannung erhöht. Auch unsere Spannung steigt immer weiter und plötzlich – nach einem kurzen Moment der Stille kracht der Baum mit lautem Getöse in die gewünschte Richtung zu Boden. Der Baumagent zerteilt den Stamm in transportable Stücke und sägt auch die Äste ab. Anschließend geht es zu wie auf einem Ameisenhaufen. Alle packen mit an und wir schaffen es gemeinsam, den riesigen Baum wegzurollen und wegzutragen. Das ist ein tolles Erlebnis. Aus den Stammstücken werden gemütliche Hocker für unseren Sammelplatz.

Verpflegung

Da wir momentan noch nicht kochen können, hat unsere Expertin fürs Kochen Kerstin Rund einen Nutheburger-Contest ausgerufen. In allen Lerngruppen wird eine Kochgruppe gebildet, die sich ums Organisieren der Zutaten, Vorbereitung, Zubereitung und ums Aufräumen kümmert. Den Nutheburger kann sich jede*r nach Lust und Laune belegen und am Ende haben alle die beste Kombination für sich gefunden. In der darauffolgen Woche bekommen wir von einem Vater einen Gasherd und große Töpfe, so dass einem baldigen Kochen nichts mehr im Wege steht. Doch vorher müssen wir eine stabile Kochstelle einrichten.

Aufräumen

Vor vielen Jahren stand hier das damals angesagte Ausflugslokal „Burgklause“, das aber in den letzten fünfzehn Jahren leider mehrmals durch Brandstiftungen beschädigt und zerstört wurde. Übrig geblieben ist eine Ruine, die wir mit Flatterband abgesperrt haben. Viele Steinhaufen, Holzstapel und Schuttreste liegen im Weg und wir möchten aufräumen, um das Gelände übersichtlicher zu gestalten und weil es schöner aussieht. Einen großen Holzstapel sortieren wir in noch brauchbare Bretter und verkohlte Reste. Einige besonders geduldige Schüler*innen entfernen eine große Menge an Nägeln aus den noch nutzbaren Brettern. Außerdem bekommen wir von Holz-Possling einen großen Anhänger mit vielen guten Brettern geschenkt. Herr Killat, unser Landwirt, fährt uns das Holz aufs Gelände, wo wir es abladen, sortieren und lagern. Es gibt schon erste Pläne und Bauzeichnungen für einen Unterstand, denn spätestens im Winter brauchen wir einen wind- und wettergeschützen Raum.

Wir haben ein Müllproblem

Unter einem der gefällten toten Bäume finden wir neben verbrannten Überresten der Burgklause auch sehr viel anderen Müll. Wir sperren das Gebiet ab, da wir erst einmal bestimmen müssen, um welche Art Müll es sich hier handelt. Nach kurzer Überlegung beschließen wir, das Grundstück bis auf Weiteres zu schließen und ein Entsorgungskonzept zu erarbeiten. Es zeigt sich, dass die bisherigen Wochen uns allen große Freude gemacht haben. Wir alle hoffen, hier bald wieder arbeiten und viele Ideen verwirklichen zu können.

Erkunden der Parforceheide und Urban Gardening

Obwohl wir nicht an die Nuthe können, gehen wir raus und erforschen die nähere Umgebung. Nicht weit entfernt von der Schule steht das Jagdschloss Stern und direkt dahinter beginnt die Parforceheide. Der Mischwald ist im Herbst ein idealer Ort, um Waldsofas zu errichten, Laubhütten mit anschließendem Wasserdichtigkeitstest zu bauen und auf Spurensuche zu gehen. In den Kiefernstämmen finden wir viele eingeklemmte Bucheckern – hier haben Spechte es sich schmecken lassen. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Thema Urban Gardening – Gärtnern in der Stadt. Wir schauen verschiedene Urban-Gardening-Projekte in Potsdam an und beginnen mit Planungen auf den Grünflächen des Bürgerhauses am Stern.

Baumpflege und winterliche Natur an der Nuthe

Auf dem vermüllten Bereich hat der Schadstoffexperte Kurt Klimsa Bodenproben genommen. Auf dessen Grundlage wird dann die Entsorgung organisiert. Auf dem Rest der Fläche gibt es keinerlei Verdachtsmomente, daher können wir nach der notwendigen Baumpflege das Grundstück wieder nutzen. Daniel und Jonathan Zeller sind mit Seilen und Sägen angerückt und entfernen tote Äste aus den Bäumen, zum Teil in luftiger Höhe.

Unser Grundstück ist ein kleines Naturparadies mit vielen Tieren und Tierspuren. Auf der Nuthe fliegt regelmäßig ein Eisvogel flußauf- und flußabwärts, der Biber lässt es sich ordentlich schmecken und hat eine Biberrutsche angelegt, Hasen und Rehe springen übers Feld davon. Neben zahlreichen Graureihern stehen auch etliche Silberreiher in den feuchten Wiesen und ein kleiner Trupp Schwanzmeisen huscht wie kleine Federbälle durchs Gebüsch.




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